Glossar - S

Sektorantenne

Aufgabe der Sektorantenne ist es, das Funksignal nur in einen bestimmten Sektor des Mobilfunknetzes zu senden - ähnlich einem Autoscheinwerfer. Ein solcher Funkkegel ist meist zwischen 30 und 120 Grad breit. In der Vertikalen hat er einen Winkel von etwa 5 bis 10 Grad. Viele Basisstationen versorgen von einem Standort aus bis zu drei Sektoren. So sieht man häufig mehrere Sektorantennen, die an einem Mast angebracht oder wenige Meter von einander entfernt an verschiedenen Masten montiert sind.

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass die Stärke des Funksignals wegen der kegelförmigen Ausbreitung im Freien mit der Entfernung quadratisch abnimmt. Bei Verdopplung der Entfernung ist die Leistung also auf ein Viertel, bei Verzehnfachung bereits auf ein Hundertstel geschrumpft.

 

Sicherheitsabstand, standortbezogener

Der standortbezogene Sicherheitsabstand ist der erforderliche Abstand zwischen der Bezugsantenne und dem Bereich, in dem die Grenzwerte nach § 3 der BEMFV (Satz 1) unter Einbeziehung der relevanten Feldstärken umliegender ortsfester Funkanlagen eingehalten werden. In die Bewertung werden auch die übrigen Sendeantennen mit einbezogen, die eventuell bereits auf demselben Funkmast montiert sind oder sich in der näheren Umgebung befinden. Die Bezugsantenne ist die Sendeantenne, die den geringsten Abstand zum Boden hat. Eine Funkanlage darf nur dann betrieben werden, wenn sich innerhalb des standortbezogenen Sicherheitsabstands keine Personen aufhalten, es sei denn aus betriebstechnischen Gründen.

Beispiel zum standortbezogenen Sicherheitsabstand:

In direkter Nachbarschaft zu einer Schule befindet sich ein 25 Meter hoher Antennenträger mit zwei Mobilfunkbasisstationen. Die Sendeantennen des einen Mobilfunknetzes sind in einer Höhe von 23 Meter und die Sendeantennen des anderen Mobilfunknetzes in einer Höhe von 20 Meter installiert. Der in der Standortbescheinigung festgelegte standortbezogene Sicherheitsabstand beträgt beispielsweise 6 Meter in horizontaler und 2 Meter in vertikaler Richtung und ist auf die unterst montierte Sendeantenne bezogen. In diesem typischen Fallbeispiel also auf die in einer Höhe von 20 Meter installierten Sendeantenne.

Um überhaupt in diesen einzuhaltenden standortbezogenen Sicherheitsabstand zu gelangen, müsste eine Person sich der Bezugsantenne in einer Höhe von 18 Metern (20 Meter (Bezugsantenne) minus 2 Meter vertikaler Sicherheitsabstand ) bis auf 6 Meter nähern. Bei einem freistehenden Antennenträger ist diese Möglichkeit ohne technisches Hilfsgerät auszuschließen.

 

Sicherheitsabstand, systembezogener

Der systembezogene Sicherheitsabstand ist der Abstand zwischen einer einzelnen ortsfesten Sendeantenne und dem Bereich, in dem die Grenzwerte nach § 3 der BEMFV (Satz 1) eingehalten werden. Eine Sendeantenne darf nur betrieben werden, wenn der BNetzA vom Betreiber der betreffenden Anlage nachgewiesen wurde, dass sich in ihrem systembezogenen Sicherheitsabstand keine Personen (außer Betriebspersonal aufhalten können.

 

Spitzenleistung (pro Kanal am Senderausgang)

Ein Funksystem besteht nicht nur aus der Antenne, von der sich das elektromagnetische Feld ablöst, sondern unter anderem auch aus einer Sendeeinheit, in der das eigentliche Funksignal erzeugt wird. Die Leistung dieser Sendeeinheit wird in Watt gemessen. Für den Antrag auf eine Standortbescheinigung muss die Spitzenleistung dieses Geräts angegeben werden. Ein solcher Sender kann durchaus mehrere Kanäle haben, so dass im Antrag auch die Zahl der Kanäle angegeben werden muss. Bei 4 Kanälen mit jeweils 10 Watt ergibt sich eine Gesamtleistung von 40 Watt. Da das Verbindungskabel zwischen Sender und Antenne einen elektrischen Widerstand darstellt, ist die Sendeleistung der Antenne stets geringer als die angegebene Spitzenleistung direkt am Ausgang der Sendeeinheit. Um den elektrischen Widerstand des Kabels und die Abschwächung des Sendesignals zu berücksichtigen, muss im Antrag auch der Verlust zwischen Senderausgang und Antenneneingang in dB angegeben werden.

 

Standort

Ein Standort einer Funkanlage ist im Sinne der BEMFV ein Installationsort, an dem eine ortsfeste Funkanlage errichtet wurde oder errichtet werden soll; zum Standort gehören alle Funkanlagen, die auf demselben Mast oder in unmittelbarer Nähe von einander betrieben werden.

 

Standortbescheinigung

Die Bundesnetzagentur hat nach der Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV) eine Standortbescheinigung zu erteilen, wenn der standortbezogene Sicherheitsabstand innerhalb des kontrollierbaren Bereichs liegt. In der Standortbescheinigung sind neben dem standortbezogenen Sicherheitsabständen auch die systembezogenen Sicherheitsabstände ausgewiesen. Diese Sicherheitsabstände sind in der EMF - Datenbank für jede dort eingetragene Funkanlage (Infofenster Funkanlage) enthalten.

Bereits seit dem 1. Juli 1992 werden in Deutschland ortsfeste Funkanlagen auf die Einhaltung der Grenzwerte zum Schutz von Personen überprüft und nur dann für den Betrieb zugelassen, wenn am Installationsort die Einhaltung der Personenschutzgrenzwerte gewährleistet ist (Standortverfahren).

 

Standortmitbenutzung

Eine Standortmitbenutzung liegt vor, wenn verschiedene Funkanlagen an einem Installationsort vorhanden sind. Sofern der Standort aufgrund der dort vorhandenen Leistung dem Standortverfahren unterliegt, berücksichtigt die Bundesnetzagentur sämtliche am Standort vorhandene Sendefunkantennen.

 

Standortverfahren

Das von der Bundesnetzagentur auf der Grundlage der Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder durchgeführte Verfahren zur Erteilung einer Standortbescheinigung.

 

Strahlenschutzkommission (SSK)

Beratungsgremium der Bundesregierung. Die SSK berät das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in allen Angelegenheiten des Schutzes vor ionisierenden und nicht-ionisierenden Strahlen. Veröffentlichungen und Empfehlungen der SSK zum Thema "Schutz von Personen in elektromagnetischen Feldern" befinden sich auf der Internetseite http://www.ssk.de.

 

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